JAPANISCHER HOLZSCHNITT

 

Der Japanische Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren. Der Hochdruck, zu dem auch Stempel und Zeugdruck gehören ist nach dem Materialdruck das älteste Druckverfahren. Als grafische Drucktechnik wurde der Holzschnitt allerdings erst nach der Entwicklung des Papiers zur Vervielfältigung von meist religiösen Schriften und Andachtsbildern eingesetzt. Der bislang älteste Papierfund (um 140–87 v. Chr.) gelang in China.

Um 610 n Chr. gelangte das Wissen um die Papierherstellung nach Japan und bald auch die Bildvervielfältigung religiöser Darstellungen von Holzplatten. Im 17. Jahrhundert begann man populäre illustrierte Geschichten in dieser Technik zu drucken. Der japanische Holzschnitt ist mit dem Begriff ukiyo-e verbunden. Ukiyo-e  bedeutet in etwa Bilder der fließenden Welt. Was zunächst als im Sinne der christlichen Vanitas Bilder gedacht war, bekam schnell eine weltliche Note und wendete sich in Darstellungen vergnüglichen Lebens im Hier-und-Jetzt. Beliebt waren Porträts schöner Frauen, Schauspieler, Theaterstills, Sumoringer, aber auch der ganz normale Alltag.

Japanische Holschnitte wirken durch die Verwendung von Wasserfarbe und einer Druckpaste aus Reismehl aquarellartig. Der Druck wird per Handabzug mit einem Reiber, dem sogenannten baren, gemacht. Hierbei wird das Papier durchgefärbt. Im Gegensatz dazu steht bei dem westlichen Holzschnitt die Farbe auf dem Papier.  Die verwendeten Japanpapiere sind sehr widerstandsfähig durch ihre langen Pflanzenfasern.
Der Farbholzschnitt ist ein Mehrplatten-Holzschnitt. Um die Platten exakt übereinander drucken zu können, werden in jeden Druckstock Passermarken geschnitzt.